Impuls der Woche: KW 44

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Mal ehrlich – sind Frauen doch die „besseren“ Führungskräfte?

Im Moment ist das Thema mal wieder en vogue: Die Diskussion um die Frauenquote für Managerinnen zeigt, dass Frauen viele positive Eigenschaften zugeschrieben werden, die sie quasi per Geschlecht zu den besseren Führungskräften machen. Sind diese Vorschusslorbeeren gerechtfertigt?

Wie ich immer wieder betone, halte ich wenig von solchen einseitigen Beschreibungen und schaue lieber in die Tiefe, um zu einem fundierten Urteil zu gelangen. Meiner eigenen Beobachtung nach gibt es bei den echten Leistungsträgern nämlich relativ wenig Unterschiede zwischen Mann und Frau.

So wird zum Beispiel immer wieder gern behauptet, dass Frauen härter und mehr arbeiten würden als Männer. Laut der vierten Studie der Hamburger Wirtschaftswissenschaftlerin Sonja Bischoff „Wer führt in (die) Zukunft?“ stimmt das so pauschal aber nicht, im Gegenteil:

Selbst Managerinnen arbeiten durchschnittlich deutlich weniger als Männer in vergleichbaren Positionen. 2008 gaben 71% an, weniger als 50 Stunden pro Woche zu arbeiten, bei den Männern betrug diese Zahl nur 46%. Sonja Bischoff vermutet, dass das damit zu tun hat, dass 59% der deutschen Spitzenmanagerinnen sich an der Hausarbeit beteiligen – die Männerquote liegt hier nur bei 20%.

Nun kann man diese Zahlen ja so oder so interpretieren: Vielleicht sorgen Frauen besser für sich oder legen mehr Wert auf Familie und soziales Umfeld als Männer. Vielleicht hat diese statistische Verteilung aber auch damit zu tun, dass Männer auf die Karriere bezogen wesentlich zielstrebiger sind? Sonja Bischoff befragt seit 1986 Frauen im mittleren Management der deutschen Wirtschaft. Ihr sehr interessantes Ergebnis: Nur ein Fünftel der Frauen, die es ganz nach oben schafften, hatte zu Beginn ihrer Karriere eine Führungsposition angestrebt. Dagegen hatten zwei Fünftel der Männer an der Spitze von vorneherein solche Ambitionen.

Über die Ursachen könnten wir sicher kontroverse Diskussionen führen. Mich interessiert, wie Sie selbst das erlebt haben: Haben Sie Ihre Karriere geplant? Ich freue mich auf spannende Ergänzungen aus Ihrer Sicht!

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