Wider den Arbeitswahnsinn:

Wider den Arbeitswahnsinn:

Checkliste für Leistungsträger mit Führungsaufgaben

Arbeitsbelastung und der Umgang damit ist für die meisten Leistungsträger ein wiederkehrendes Thema. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, im Coaching eine individuelle Checkliste zu entwickeln, die auf einer genauen Analyse des jeweiligen Arbeitsalltags beruht, bei der wir uns die persönlichen „Fallstricke“ und entsprechenden Prioritäten bewusst machen.

Das System basiert auf meinem Rollenmodell für Führungskräfte, das ich Anfang der Woche beschrieben hatte.

Diese individuelle Herangehensweise kann ich hier natürlich nur unvollständig abbilden, aber ein paar Impulse für Ihr persönliches Zeitmanagement habe ich sicher für Sie:

  • 1 x pro Woche 1 h Zeit einplanen für 5 Leitfragen. Diese variieren natürlich je nach Rolle, Funktion und Aufgabe individuell. Zum Beispiel könnten Sie sich fragen:
  • Was ist das Wichtigste innerhalb der nächsten 2 Monate? Was muss ich dafür jetzt anschieben?
  • Was ist das Wichtigste in dieser Woche?
  • Was ist meine Rolle – wofür werde ich bezahlt (um sich immer wieder zu fokussieren und sich vor möglichen Verzettelungsanfällen zu schützen)?
  • Was sind die nächsten Ziele, Prioritäten?
  • Wo sind mögliche Risiken, auf die ich vorbereitet sein sollte?
  • Pro Woche 4-7 Stunden für Vor- und Nachbereitung blockieren.
    Diese Zeit ist individuell von der Assistentin einzuplanen und „zu verteidigen“, und zwar konsequent!
  • Delegationszeit einplanen.
    Mitarbeiter sind auch nicht permanent verfügbar oder haben Fragen, dafür muss Zeit da sein. Wichtig: je besser ich delegieren lerne, um so mehr Freiraum habe ich für die eigentlichen Führungsaufgaben.
  • Mindestens 2 x pro Woche Refokussierungs-Zeit.
    Sinnieren, Dinge sacken lassen, über anstehende Projekte nachdenken. Am besten funktioniert das alleine, beim Joggen oder in der Badewanne, auf jeden Fall in entspanntem, dabei wachen Zustand. Meistens kommt dabei nichts Konkretes heraus, aber um wieder auf „normal Null“ zu kommen, sind diese kleinen Auszeiten extrem wichtig.
  • 1 x pro Monat Auszeit für Reflektion nehmen.
    Ein Klient formulierte das mal so: Es ist wichtig, ab und an aus dem Aquarium auszusteigen und sich das Treiben mal von außen anzuschauen. Das verhilft zur nötigen Distanz. Gönnen Sie sich diese Phasen der bewussten Reflektion der eigenen Rolle und Ihrer Aufgaben.

Arbeiten Sie vielleicht bereits mit ähnlichen Checklisten? Was unterstützt Sie dabei, Ihre Checkliste umzusetzen? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare.

2 Kommentare

  1. In besonders turbulenten Zeiten hilft es häufig auch, alles auf ein Blatt Papier zu schreiben, was einem gerade im Kopf herumgeht. Große Ziele aus Punkt 1 oben, aber auch alltägliche Nichtigkeiten, Berufliches wie Privates. Danach hat man die Liste als Leitfaden und sie verliert etwas ihren Schrecken. Auch wenn man die Liste jede Woche erstellt und mehr als 80 % der Einträge denen der Woche vorher ähneln, hilft dieses Selbststrukturieren sehr. Und das Abhaken der Einträge (auch kleiner Punkte) hat einen positiven psychologischen Effekt.

    • Gudrun Happich

      Vielen Dank lieber Christian, Dein Kommentar ist sehr, sehr hilfreich und trifft genau den Kern:
      Es geht meistens darum, immer wieder „Klarheit“ zu schaffen und den eigenen „Überblick“ zu finden. Und ein weiterer Baustein „Erfolgserlebnisse“ schaffen
      gelingt durch das „Abhaken“ der Punkte. Ich selbst nehme hierfür sogar eigens einen farbigen Stift, dann wird das Gefühl des „geschafft und erledigt“-Habens
      verstärkt.
      Lieber Christian, ich freue mich auf weitere konstruktive Diskussionen.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Akzeptieren Sie den gegebenen Zustand – und machen Sie das Beste draus! « By « entlastung, stress, meeting, delegieren, reputation, « Leistungsträger-Blog - [...] durch sie pro Woche eine Stunde im Kalender blocken. In dieser Zeit können Sie sich dann mit Ihren Leitfragen…

Einen Kommentar schreiben

Wie ein Team optimal zusammenspielt
Der Werbetexter und Unternehmer David MacKenzie Ogilvy hat einmal gesagt: „Teamwork ist eine Verschwörung der Mittelm [...] mehr