Lösungsansätze zum Thema Delegieren

Lösungsansätze zum Thema Delegieren

Letzte Woche hatte ich zu Beginn meiner kleinen Artikelserie zum Thema Delegation überlegt, warum es vielen Leistungsträgern so schwer fällt zu delegieren.

Heute geht es mir darum, Ihnen ein paar Lösungsideen vorzustellen und Impulse zu geben, wie Sie vielleicht bessere Strategien dazu entwickeln können.

Ein paar ungeliebte Wahrheiten
Bevor wir über Delegationsstrategien sprechen, noch einige Hinweise, die manche vielleicht nicht gern hören – aber glauben Sie mir, Sie sind mit Ihren Vorbehalten und Erfahrungen nicht allein. Manches muss man sich einfach mal vor Augen halten, um sich für neue Lösungswege zu öffnen, zum Beispiel folgende Wahrheiten:

  • Ich kann nicht alles alleine schaffen, egal wie schnell oder wie gut ich bin – dies ist insbesondere für die Perfektionisten unter uns eine wichtige Botschaft.
  • Ich kann auch die dringenden Dinge ohne Delegation nicht allein bewältigen.
  • Multitasking ist out – übrigens auch für Frauen.
  • Was ich an wichtigen Dingen nicht ernst nehme, fällt mir später auf die Füße – mindestens 30% meiner Zeit geht anschließend für Nachbesserungen oder das Kitten von emotionalen Brennpunkten bzw. Konflikten drauf.

Lösungsansätze: erste Schritte
Und nun zu meinen Ideen für sinnvolle und realistische Delegationsstrategien:

  • Erkennen Sie, dass die wichtigen Dinge – also die mit dem wirksamsten Hebel – unbedingt Vorrang haben müssen.
  • Definieren Sie die wichtigen Dinge und nehmen Sie sich dafür eine regelmäßige Auszeit.
  • Arbeiten Sie in rollen- und modusbezogenen Blöcken, weil insbesondere der Wechsel zwischen den einzelnen Rollen unnötig viel Zeit und Kraft kostet. In der Regel lässt sich die Zeit für strategische Arbeit sowie Spezialisten- und Reflexionsaufgaben vergleichsweise gut planen.
  • Bauen Sie 30% Pufferzeit ein, weil sowieso das ein oder andere schief geht. Dafür empfehle ich eine einfache Rollen-Checkliste, die leicht umzusetzen und einzuhalten ist. Denn an alle Vorhaben, die Sie nur im Kopf speichern, müssen Sie sich aktiv erinnern – das kostet Zeit und Kraft, erst recht bei noch ungewohnten Abläufen und Themen, weil ja auch der „innere“ Schweinehund noch überwunden werden will.

Ein ZeitplanRollenSchema für einen Leistungsträger mit Führungsaufgaben (natürlich individuell anzupassen):
Ihr Plan sollte ca. 40 Stunden nicht überschreiten – die Realität liegt dann wohl bei 48-55 Stunden. Denken Sie daran: mehr als 60 Stunden sollte die echte Ausnahme sein, auch wenn Sie zur Firmenleitung zählen.

Davon:

50-60 % operatives Management
20 % Vision/Strategie – an Unternehmen/Bereich/Abteilung arbeiten
10% Detail und Tiefgang (manche streichen diesen Bereich für Führungskräfte komplett, ich mache allerdings die Erfahrung, dass gerade das für viele Leistungsträger enorm befriedigend ist, also „gönnen“ Sie sich diesen Luxus.)
10% Reflexion

Achtung: Klassische Zeitmanagement-Lehrbücher würden hier natürlich protestieren, doch ich möchte mit Ihnen keinen theoretischen Plan entwickeln, der der Realität nicht standhält, sondern mich lieber mit Ihnen ganz pragmatisch an Ihrem Alltag orientieren – da ist die Chance, das Sie es tatsächlich umgesetzt bekommen, gleich viiiiel größer.

Und wie so etwas dann in der Praxis ausschauen kann, verrate ich Ihnen im nächsten Artikel anhand eines konkreten Beispiels. Vielleicht haben Sie ja inzwischen Lust, mit mir Ihre Erfahrungen zum Thema Delegieren zu teilen? Ich freue mich auf Ihre Ideen und Impulse.

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Als Diplom-Biologin, die lange Jahre als Führungskraft gearbeitet und als Executive Coach zu ihrer Bestimmung gefunden [...] mehr